Verantwortung auch dort, wo niemand zahlt

Warum überhaupt

Weil man an diesen Stellen am meisten lernt.

Im Ehrenamt gibt es keine Weisungsbefugnis. Niemand muss mitmachen, niemand ist auf das Honorar angewiesen, und wer sich nicht abgeholt fühlt, bleibt einfach weg. Wer hier etwas bewegen will, muss überzeugen, und zwar jedes Mal aufs Neue.

Das ist die härteste Schule für Führung, die ich kenne. Vieles von dem, was ich über Beteiligung und über den Umgang mit unterschiedlichen Interessen weiß, habe ich nicht in Projekten gelernt, sondern in Vorstandssitzungen, die um halb elf abends noch liefen.

Gegründet 2018

Sportveranstaltungen, deren Reingewinn gespendet wird.

Den Verein für Sport Charities Österreich habe ich 2018 gegründet und führe ihn als Obmann. Die Idee ist schlicht: Wir organisieren Sportveranstaltungen, und was am Ende übrig bleibt, geht an karitative Organisationen. Empfängerinnen waren unter anderem die Österreichische Krebshilfe Salzburg und die Österreichische Krebshilfe Oberösterreich.

Ein solcher Verein ist ein kleines Unternehmen ohne Umsatzdruck und ohne Weisungsbefugnis. Sponsorensuche, Behördenwege, Versicherung, Abrechnung, dazu ein Team, das freiwillig da ist und jederzeit gehen könnte. Als Obmann verantworte ich Ausrichtung, Finanzen und die Verbindung zu Partnern und Ämtern.

Von 50 auf über 150 Teilnehmerinnen

Pink.Hockey, unser bekanntestes Format.

Ein Charity-Turnier für Mädchen und Frauen, Eishockey und Floorball, ausgetragen in Gmunden. Begonnen haben wir mit rund fünfzig Teilnehmerinnen. Zuletzt waren es über hundertfünfzig, mit Vereinen aus Österreich, Deutschland und Tschechien.

Gewachsen ist das ohne Werbebudget. Es hat sich unter den Spielerinnen herumgesprochen, und irgendwann haben Vereine von selbst angefragt. Für mich ist das der ehrlichste Wirkungsnachweis, den es gibt: Menschen nehmen ein Wochenende und eine Anreise auf sich, weil die Sache stimmt.

Derzeit sind wir in der Konzeptphase für eine mögliche Neuauflage 2027. Ob sie stattfindet, hängt an der Finanzierung durch Sponsoringpartner.

Vier Mandate

Ich sitze dort, wo über die Rahmenbedingungen entschieden wird.

Ausschussmitglied der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie. Kooptiertes Mitglied mit beratender Stimme im Ausschuss der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. Stellvertretender Landessprecher der UBIT Experts Group CSR und Nachhaltigkeit. Mitglied der Experts Group Kooperation und Netzwerke.

Was dort passiert, klingt trocken und ist es meistens auch: Weiterbildungsangebote, Berufsbilder, Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen, Förderungen für kleine Betriebe. Es ist die Ebene, auf der sich entscheidet, unter welchen Bedingungen ein paar tausend Menschen arbeiten.

Mir hat es zwei Dinge gebracht. Ich verstehe, wie Interessenvertretung funktioniert und wo ihre Grenzen liegen. Und ich kenne die Wege in Kammern, Ministerien und Verbänden, was in jedem Projekt hilft, in dem Förderungen oder Bewilligungen eine Rolle spielen.

Ambassador in Austria

Eine europäische Funktion mit sehr bodenständigem Auftrag.

Ambassador des European Climate Pact der Europäischen Kommission, Generaldirektion Klimapolitik. Die Aufgabe besteht nicht darin, Politik zu machen, sondern zu übersetzen: europäische Vorhaben so zu erklären, dass ein Betrieb mit zwölf Leuten etwas damit anfangen kann.

Genau diese Übersetzungsarbeit ist das, was mich daran interessiert. Zwischen einer Richtlinie in Brüssel und einer Entscheidung in einer Werkstatt liegen mehrere Sprachen.

Seit 1981

Mein Versprechen habe ich mit sechs abgelegt.

Als Wölfling bei den Pfadfindern Leonding, samt Halstuch. Das ist fünfundvierzig Jahre her, und ich bin geblieben.

Was davon hängengeblieben ist, ist weniger romantisch, als es klingt. Ein Lager planen, für das man selbst geradesteht. Eine Gruppe zusammenhalten, die freiwillig da ist und jederzeit gehen könnte. Aufräumen, wenn etwas schiefgegangen ist.

Und der Satz, den man dort als Kind lernt: einen Platz besser hinterlassen, als man ihn vorgefunden hat. Das ist keine Metapher, sondern eine Lagerregel. Sie hat sich als Arbeitsprinzip erstaunlich gut gehalten.

Warum Leonding

Die Frage, die niemand stellt

Und wann arbeiten Sie dann?

Berechtigte Frage bei dieser Liste. Die ehrliche Antwort: Der überwiegende Teil dieser Funktionen kostet wenige Termine im Jahr. Ausschusssitzungen finden zwei- bis viermal jährlich statt, meist abends. Die Experts Groups tagen unregelmäßig. Die Climate-Pact-Funktion ist anlassbezogen.

Der Verein ist der aufwendigere Teil, und auch der liegt an Abenden und Wochenenden. Ich habe das jahrelang neben einer Vollzeitauslastung gemacht und weiß deshalb ziemlich genau, was sich ausgeht.

Was mir wichtig ist: Ehrenamt ist bei mir kein Nebenberuf und keine Auftragsanbahnung. Es ist der Teil, den ich mache, weil er getan gehört. Sollte etwas davon mit einer Aufgabe kollidieren, für die ich bezahlt werde, sage ich das vorher.

Was ich beruflich suche

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